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Referendare/innen - Gymnasien/Berufliche Schulen

Informationen für behinderte und schwerbehinderte Referendare/Referendarinnen

  • Beginn der Ausbildung:

Der Dienstherr bzw. Arbeitgeber hat gegenüber den schwerbehinderten und diesen gleichgestellten Menschen eine erhöhte Fürsorge und Förderungsverpflichtung (SchwVwV). Dies gilt auch für schwerbehinderte ReferendarInnen.
 
Behinderte Menschen mit dem GdB 30 oder 40 werden von der Agentur für Arbeit unter bestimmten Bedingungen den Schwerbehinderten gleichgestellt, wenn sie ohne diese Gleichstellung einen geeigneten Arbeitsplatz nicht erlangen oder nicht behalten können (§2 (3) SGB IX).

Jede/r behinderte, gleichgestellte bzw. schwerbehinderte ReferendarIn sollte ihre/seine Behinderung bei der Schulleitung mit den entsprechenden Nachweisen (Schwerbehindertenausweis bzw. Gleichstellungsbescheid der Arbeits-agentur) melden.

Zu Beginn des Referendariats sollte dann mit der/dem behinderten, gleichgestellten bzw. schwerbehinderten ReferendarIn die individuelle Gesamtsituation besprochen werden. Besondere Hilfen und erhöhter Zeitbedarf für bestimmte Tätigkeiten sind anzuerkennen und zu bewilligen (s. auch Übernahme von Sachkosten unter Themen und Materialien).
Regelmäßig stattfindende Gespräche sind anzuraten, um die jeweils aktuelle Ausbil-dungssituation zu besprechen.

  • Beurteilungen/Prüfungen:

Vor jeder Beurteilung sind in einem Gespräch der Umfang der Behinderung bzw. Schwerbehinderung und die Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit zu besprechen.
Sind behinderungsbedingte Leistungseinschränkungen vorhanden, sollte in der Beurteilung deutlich werden, wie sich dies auf das Ergebnis der Beurteilung ausgewirkt hat.
Bei Prüfungen kann die/der Betroffene Erleichterungen, wie z.B. Fristverlängerung bei schriftlichen Arbeiten, Rücksichtnahme auf die physischen und psychischen Hemmnisse in Anspruch nehmen. (Gegebenenfalls ist ein Nachweis der erforderlichen Erleichterung durch ein ärztliches Attest vonnöten.)
Sie müssen rechtzeitig vor der Prüfung darauf hingewiesen werden, dass sie sich von dem Prüfungsamt und/oder von der Schwerbehindertenvertretung beraten lassen können (z.B. Fristverlängerung bei schriftlichen Arbeiten, Rücksichtnahme auf die physischen und psychischen Hemmnisse).

  • Deputatsermäßigung:

Schwerbehinderte ReferendarInnen bekommen eine Stunde Er-mäßigung auf ihren selbstständigen Unterricht gegenüber Nichtschwerbehinderten.

  • Überstunden, Vertretungen und Unterrichtsvergütung:

Schwerbehinderte Menschen (und ihnen gleichstellte) sind auf Verlangen von Mehrarbeit freizustellen (§124 SGB IX). Sie sollen nicht zu zusätzlichen Unterrichtsstunden herangezogen werden.

Auf eigenen Wunsch kann dies im Ausnahmefall nach Rücksprache mit der Schulleitung und mit den Betroffenen von der Ausbildungsleitung genehmigt werden. ReferendarInnen erhalten für zusätzlich selbstständig erteilte Unterrichtsstunden eine Unterrichtsvergütung in Höhe von 75% der festgelten Mehrarbeitsvergütungssätze des Eingangsamtes im Schuldienst. (UnterrichtsvergütungsVerg-VO v.om 12.12.2010).

  • Einstellung schwerbehinderter Personen:

Neben den regulären Einstellungen (allgemeine Bewerberliste, schulscharfe Stellenausschreibungen) gibt es für Behinderte und Schwerbehinderte noch eine weitere Einstellungsmöglichkeit über ein besonderes Stellenkontingent beim Kultusministerium (Schwerbehinderteneinstellungsverfahren). Dafür kann man sich über die Regierungspräsidien zusätzlich bewerben (Termine, weitere Informationen sowie Formular siehe Schwerbehinderteneinstellungsverfahren (Llink) auf dieser Homepage).

Bei der Einstellungsuntersuchung von schwerbehinderten und ihnen gleichgestelltenBewerberInnen muss der Amtsarzt für eine Verbeamtung nur eine voraussichtliche mindestens fünfjährige Dienstfähigkeit bescheinigen, ansonsten muss die Prognose über das ganze Berufsleben gestellt werden. Dies ist bei Menschen mit einem GdB von 30 oder 40 z.T. problematisch, so dass hier eine Gleichstellung in jedem Fall sinnvoll ist. Ansonsten erfolgt eine Einstellung als Arbeitnehmer/in (früher Angestellte/r).

Bei der Bewerbung einer schwerbehinderten Lehrkraft auf eine Ausschreibungsstelle muss die Schwerbehindertenvertretung von der Schulleitung informiert werden. Der/die Bewerber/in muss zum Vorstellungsgespräch eingeladen werden, außer wenn die fachliche Eignung offensichtlich fehlt (z.B. Fächer der Bewerberin/ des Bewerbers passen nicht auf die ausgeschriebene Stelle).
Die Schwerbehindertenvertretung hat das Recht auf Einsichtnahme in die entschei-dungsrelevanten Teile der Bewerbungsunterlagen sowie auf Teilnahme an den Vorstellungsgesprächen der schwerbehinderten und der nicht behinderten Bewer-berinnen und Bewerber. Auf Verlangen ist die beabsichtigte Einstellungsentscheidung mit der Schwerbehindertenvertretung in einem Gespräch zu erörtern und im Einzelnen zu begründen. (SchwbhVwV, Pkt. 2.1.1)

Bei gleicher Eignung, Leistung und Befähigung sind Schwerbehinderte bevorzugt einzustellen .(§ 81 Abs.4, Ziffer 2 SGB IX).

 

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